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SCHNEEBALLSYSTEM

Das Schneeballsystem meint im allgemeinen Sinne eine Geschäftsform, die auf einer ständig wachsenden Zahl von Teilnehmern basiert.

Im Konkreten bezeichnet es ein unseriöses und sittenwidriges Geschäftsmodell, das inzwischen in Deutschland und vielen anderen Ländern verboten ist. Der Grund: Um für alle Beteiligten zu funktionieren, muss das System immer weiter expandieren. Da es dabei aber notwendigerweise an Grenzen stößt, kollabiert jedes Schnellballsystem ab einem gewissen Punkt und erzeugt damit zwingend Verlierer.

Meist funktioniert das System so: Von einem Ausgangspunkt – zum Beispiel einem Unternehmen – werden Partner gewonnen, die eine Teilnahmegebühr zahlen, um Mitglied des Systems zu werden. Zum Teil werden hier horrende Summen verlangt. Die Motivation der Partner liegt in der Aussicht, von weiter gewonnen Partnern eine neue Vertriebsstufe zu erreichen und hiervon zu profitieren. So wird ihnen ihn Aussicht gestellt, an Gebühren beteiligt zu werden, die die von ihnen geworbenen Teilnehmer zu leisten haben. Oftmals sind sie sogar verpflichtet, neue Mitglieder zu werben. Weil das System aber nicht endlos wachsen kann – ab einem bestimmten Punkt können keine neuen Teilnehmer gefunden werden –, kann die Rechnung nicht für alle Beteiligten aufgehen, Verluste für Einzelne sind die logische Folge.

Beim Schneeballsystem geht es also nicht wie beim Multi-Level-Marketing um den Verkauf eines Verbrauchsproduktes oder beim Strukturvertrieb einer Dienstleistung durch ein Netzwerk von Vermittlern, vielmehr ist das Netzwerk selbst Ziel des System und Quelle des Gewinns. Es gibt zwar auch Schneeballsysteme, bei denen tatsächlich Produkte zirkulieren – diese sind dann allerdings völlig überteuert bzw. nicht nachhaltig und wertig. Sie dienen lediglich als Vehikel, mit dem der Kreis der Teilnehmer vergrößert werden soll. Mitunter sind die Teilnehmer gezwungen, eine große Menge dieser Produkte abzunehmen. Varianten wie Herz- oder Schenkkreise funktionieren hingegen ganz ohne zu handelnde Ware, sondern allein durch finanzielle Beiträge oder immaterielle Werte.

Eine Variante des Schneeballsystems ist das Pyramidensystem. Hier werden tatsächlich Produkte von oben nach unten weitervermittelt – allerdings von Stufe zu Stufe zu einem gestiegenen Preis. Auch dieses System muss scheitern, weil irgendwann ein Preisniveau erreicht ist, ab dem es nicht mehr erfolgreich vermittelt werden kann.


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